Betrügerische Nachrichten, SMS, Anzeigen, Websites und ähnliche Inhalte haben viel gemeinsam. Bestimmte Merkmale können auf einen Betrugsversuch hindeuten. Die häufigsten Warnsignale lassen sich an vier Wörtern festmachen, die alle mit „Vor" beginnen: Vorspiegelung (der Absender gibt vor, eine vertrauenswürdige Person zu sein), Vorwand (es wird ein Gewinn oder ein Problem vorgetäuscht), Vordringlichkeit (du wirst unter Druck gesetzt, schnell zu handeln) und Vorauszahlung (eine Zahlung soll per Überweisung, Kryptowährung, Geschenkkarte oder einer ähnlichen Methode erfolgen). Präge dir diese und weitere Warnsignale ein, um Betrugsversuche schneller zu erkennen.
Wir haben die wichtigsten Warnsignale in einer universellen Checkliste zusammengestellt, die dir dabei helfen soll, deinen inneren „Betrugsalarm“ auszulösen.
Typische Anzeichen für einen Betrugsversuch
Ein Betrugsversuch liegt häufig vor, wenn die sogenannten „vier VOR-Warnsignale“ auftreten.
Bei Nachrichten, SMS, Anzeigen und anderen Inhalten sind damit Absender oder Verfasser gemeint, die:
- vorgeben (Vorspiegelung) jemand anderes zu sein (insbesondere eine Person in einer Autoritätsposition, wie beispielsweise ein Regierungsvertreter oder ein Polizeibeamter)
- dich mit einem Problem oder mit einem Preis überraschen (Vorwand)
- dich unter Druck setzen (Vordringlichkeit), schnell zu handeln
- eine schwer nachverfolgbare Zahlungsmethode (Vorauszahlung) verlangen, beispielsweise private Zahlungsdienste (Person-zu-Person-Zahlungen), Kryptowährungen, Geschenkkarten oder Überweisungen.
Schon wenn eines dieser vier Merkmale auftritt – Vorspiegelung, Vorwand, Vordringlichkeit oder Vorauszahlung –, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass es sich um einen Betrugsversuch handelt.
Lösche in diesem Fall die Nachricht, leere deinen Papierkorb und brich den Kontakt zum Absender ab.
Auch unabhängig von den „vier VOR-Warnsignalen“ gilt: Treffen mehrere der folgenden Merkmale zu, handelt es sich wahrscheinlich um einen Betrugsversuch.
Checkliste für Betrugsversuche
Mache dich mit diesen typischen Warnsignalen vertraut. So erkennst du beim nächsten verdächtigen Inhalt schneller, wann du innehalten, eine Nachricht löschen oder den Kontakt abbrechen solltest. Frage dich, ob eine oder mehrere der folgenden Aussagen auf die Nachricht zutreffen.
Setzt dich die Nachricht unter Druck oder drängt sie zu schnellem Handeln?
Wirst du aufgefordert, sofort oder innerhalb einer kurzen Frist zu reagieren?
Wird mit Folgen gedroht, wenn du nicht handelst, beispielsweise mit einer Kontosperrung, rechtlichen Konsequenzen oder dem Verlust des Zugangs?
Wirst du davon abgehalten, dir Zeit zu nehmen, Angaben zu überprüfen oder zunächst mit einer anderen Person zu sprechen?
Geht es um Geld oder einen Gewinn?
Wird behauptet, du hättest einen Gewinn, eine Rückerstattung oder eine Belohnung erhalten, mit der du nicht gerechnet hast?
Wird ein finanzielles Problem geschildert, beispielsweise eine offene Forderung, eine verdächtige Abbuchung oder ein gesperrtes Konto?
Erscheint das Angebot außergewöhnlich großzügig oder schlicht zu gut, um wahr zu sein?
Werden vertrauliche Informationen verlangt, beispielsweise persönliche oder finanzielle Angaben?
Wirst du aufgefordert, personenbezogene Daten wie eine Ausweisnummer oder dein Geburtsdatum anzugeben?
Werden Bankverbindung, Kreditkartennummer oder andere Zahlungsdaten abgefragt?
Sollst du deine Zugangsdaten über einen Link eingeben, anstatt die dir bekannte Website direkt aufzurufen?
Gibt der Absender oder die Quelle Anlass zur Skepsis?
Ist die Nachricht unerwartet oder ohne erkennbaren Zusammenhang eingegangen?
Stammt sie von einer unbekannten E-Mail-Adresse oder Telefonnummer?
Hat der Absender kaum oder gar keine Online-Historie oder Präsenz in Social Media?
Wirken Links oder Anhänge verdächtig?
Wirst du aufgefordert, auf einen Link zu klicken oder einen Anhang herunterzuladen, um ein Problem zu lösen oder einen Gewinn einzulösen?
Führen die Links beim Überfahren mit der Maus auf unbekannte oder verkürzte Internetadressen?
Stimmen E-Mail-Adresse, URL oder Domain nicht mit der offiziellen Organisation überein?
Erscheint dir sonst etwas ungewöhnlich?
Wirkt der Schreibstil ungewöhnlich, übertrieben förmlich, übertrieben vertraulich oder auffallend künstlich?
Enthält die Nachricht Rechtschreib- oder Grammatikfehler, ungewöhnliche Abstände, übermäßige Satzzeichen oder zufällig wirkende Emojis?
Findest du bei einer Internetsuche nach dem Namen des Absenders zusammen mit dem Begriff „Betrug“ Warnungen oder Beschwerden?
Was du nach einem Betrugsversuch tun solltest
Wenn du mehrere dieser Warnsignale erkennst, vertraue deinem Bauchgefühl. Du musst nicht beweisen können, dass es sich um einen Betrugsversuch handelt. Es genügt, einen berechtigten Verdacht zu haben und innezuhalten.
Wenn du glaubst, bereits mit einem Betrüger interagiert zu haben, gerate nicht in Panik. Schnelles Handeln kann helfen, die Auswirkungen zu begrenzen. Melde dich in deinem Digital Schutz-Portal an und melde den Betrugsfall über unseren Online-Fragebogen zur Betrugserkennung.
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